Bedeutung weiblicher Role Models wissenschaftlich belegt

Der schon lange vermutete sog. „Scully-Effekt“ ist nun wissenschaftlich bestätigt. In „Akte X [engl. Original The X-Files], einer der erfolgreichen und stilprägendsten TV-Serien der 90er Jahre, verkörperte Gillian Anderson die FBI-Agentin Scully, die als forensische Wissenschaftlerin im Labor mit naturwissenschaftlichen Experimenten zu Ergebnissen kommt, welche entscheidend dazu beitragen, mysteriöse und lang unaufgeklärte Verbrechen zu lösen. Es wurde immer vermutet, dass ihr Rollenvorbild auf heranwachsende Mädchen ermutigend wirkte, sich für Naturwissenschaften zu interessieren und die Tätigkeit in diesem Bereich als cool, spannend und facettenreich zu sehen – vor allem aber als etwas, worin Frauen Erfolg haben können.

2017 führten 21st Century Fox, Geena Davis Institute on Gender in Media, and J. Walter Thompson Intelligence eine Studie durch, die diesen Einfluss tatsächlich empirisch belegt. Über 2.000 junge Frauen, die über 25 Jahre alt waren und die Serie gesehen hatten, wurden mit einem Fragebogen zu den Einflüssen befragt, die Agent Scully auf ihr Bild von Naturwissenschaften hatte – und der Zusammenhang ist eindeutig: Wer Scully kennt, entscheidet sich signifikant häufiger dafür, im Bereich Naturwissenschaft und Technik tätig zu werden. 63 Prozent der Frauen gaben gar an, dass Scully ihr Vorbild sei. Ebenso viele nannten Agent Scully als diejenige, die sie darin bestärkt habe, in einer männlich dominierten Arbeitswelt bestehen zu wollen.

Die Studie zeigt, wie wichtig Medienvorbilder gerade für Heranwachsende sind – Identifikationsangebote, die nicht den Stereotypen folgen, sondern differenzierte, neue Bilder dagegensetzen.

Zusammenfassung der Studie, mehr zu Methodik und Ergebnissen der Studie hier.

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Quelle 1. und 2.:
21Century Fox, Geena Davis Institute for Gener in Media and J. Walter Thompson Intelligence