11.09.26 Gesehen, erlebt, weitergedacht – Nachlese zur Ars Electronica

Das Chapter Wien zu Gast bei der Ars Electronica 2026.

Fünf Tage lang wurde Linz zum Treffpunkt für Kunst, Technologie und Gesellschaft. Die Ars Electronica 2026 lud dazu ein, vertraute Sichtweisen zu hinterfragen und neue Perspektiven auf unsere Zukunft und unser Menschsein zu entdecken. Auch einige aus dem Chapter Wien sind dem Ruf nach Linz gefolgt, haben aus den 100en Veranstaltungsangeboten eine persönliche Auswahl getroffen und hiese für eigene Denkanstöße genutzt. Zum Rückblick (Trailer Ars Electronica)

Uschi: Im Ars Electronica Center (AEC) konnte ich im Open Futurelab ausprobieren, wie ein KI-System meine Interaktionen mit Exponaten verfolgt und daraus ein Profil über mich erstellt. Das Ergebnis war verblüffend und irritierend: Manches stimmte, anderes lag deutlich daneben. Was mich seither beschäftigt: Wenn solche Systeme im Alltag mitlaufen, wie erfahre ich, welches Bild von mir entsteht – und wie kann ich falsche Zuschreibungen korrigieren? Eine Frage, die das Festivalthema für mich sehr konkret gemacht hat.

Uschi: Mein zweiter Eindruck stammt aus dem Deep Space 8K im AEC: „Unbreakable Ukraine“, eine immersive Produktion auf Basis hochauflösender 3D-Scans realer Orte. Besonders berührt hat mich die Bibliothek in Tschernihiw mit ihren halb verbrannten Bücherreihen. Bemerkenswert fand ich, dass das Projekt nicht beim Erinnern stehen bleibt: Über einen QR-Code kann für den Wiederaufbau kriegsbeschädigter Schulen gespendet werden. Digitale Bewahrung und konkreter Wiederaufbau greifen hier ineinander.

Angelika: Besonders beeindruckt hat mich die Ausstellung „Beyond Humanity“ auf dem Dach des Ursulinenklosters. Sie zeigte, wie unterschiedlich Lebewesen ihre Umwelt wahrnehmen: etwa über den Geruch einer Pflanze oder darüber, wie sich Blüten für Insekten farblich deutlich vom Blattwerk abheben. Das hat mir einmal mehr bewusst gemacht: Es gibt mehr als eine Perspektive auf dasselbe Objekt.

Angelika: In einem Labor der Privatuniversität konnte man in weniger als einer Minute einen digitalen Klon von sich selbst – inklusive Stimme – erstellen und anschließend mit ihm ein Streitgespräch führen. Der Klon vertrat dabei die Gegenposition zur eigenen Meinung. Auf der Großleinwand wirkte er verblüffend echt: Nachdenkpausen, Sprechmelodie, Gesichtsmimik und Argumentation waren kaum von einem realen Menschen zu unterscheiden. Zurück bleibt für mich eine durchaus beunruhigende Frage: Woran erkennen wir eigentlich noch, dass es sich um einen Klon handelt?

Silvia: Für mich war die Live-Übertragung einer Herz-Operation unter Nutzung von State-of-the-Art-Technologie besonders spannend.

Silvia: Unvergesslich bleibt auch der Konzertabend im Posthof.

Rückblick Ars Electronica “Negotiating Humanity” (Webseite)

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